
Kollagen, das am häufigsten vorkommende Protein im Körper, spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Gesundheit und Stärke verschiedener Gewebe wie Knochen, Haut, Sehnen, Bänder und Knorpel. Wenn wir älter werden, produziert unser Körper weniger Kollagen, was zu verschiedenen Anzeichen des Alterns und des Verfalls führt. Viele Menschen greifen begleitend zu Kollagenpräparaten.
Aber was genau ist Kollagen, wie wirkt es und welche Vorteile hat die Einnahme von Kollagenpräparaten? In diesem Artikel tauchen wir in die Welt des Kollagens ein und erforschen seine Funktionen, Quellen, Arten und möglichen Vorteile.
Los geht's!

Kollagen verstehen: Die Grundlagen
Kollagen, abgeleitet vom griechischen Wort "kolla", das "Leim" bedeutet, hat seinen Namen zu Recht, denn es ist der Leim, der unseren Körper zusammenhält. Es ist das wichtigste Strukturprotein in der extrazellulären Matrix der verschiedenen Bindegewebe. Kollagen besteht aus Aminosäuren und bildet eine dreifache Helixstruktur, die als Kollagenhelix bekannt ist. Dieses faserige Protein ist vor allem in Knorpeln, Knochen, Sehnen, Bändern und der Haut zu finden und trägt zu deren Festigkeit und Elastizität bei.
Die Bedeutung von Kollagen im Körper
Kollagen ist ein zentraler Baustein der verschiedenen Gewebe und Organe. Es bildet die strukturelle Grundlage, an der sich die übrigen Bestandteile der extrazellulären Matrix ausrichten. Mit 25 bis 35 % des gesamten Proteingehalts ist es das mengenmäßig häufigste Protein im menschlichen Körper.
Arten von Kollagen
Kollagen ist vielfältig: Wissenschaftler haben 29 verschiedene Arten identifiziert. Die fünf im Körper am häufigsten vorkommenden sind:
Typ I: bildet den Hauptanteil von Haut, Knochen, Bändern und Sehnen.
Typ II: kommt im Gelenkknorpel vor.
Typ III: kommt gemeinsam mit Typ I in Haut, Blutgefäßen und Hohlorganen vor.
Typ IV: kommt in den Basalmembranen der Haut vor.
Typ V: kommt in Hornhäuten, einigen Hautschichten und in der Bindegewebshülle um den Haarfollikel vor. Das Haar selbst besteht aus Keratin.
Kollagenpräparate enthalten in der Regel eine Kombination der Typen I, II und III, da diese im Körper am häufigsten vorkommen.

Kollagen-Ergänzungen: Ein genauerer Blick
Kollagenpräparate gibt es in verschiedenen Formen, darunter Pulver, Kapseln, Gummibärchen und Flüssigkeiten. Sie werden aus tierischen Quellen wie Rind, Schwein, Huhn oder Fisch gewonnen. Daneben gibt es vegane Alternativen, die keine Kollagenpeptide liefern, sondern Aminosäuren und Nährstoffe. Die Präparate enthalten in der Regel Kollagenpeptide, also hydrolysiertes Kollagen, das in kürzere Ketten aufgespalten wurde.
Was zu Kollagenpräparaten untersucht wird
Kollagenpräparate sind in den letzten Jahren sehr beliebt geworden, und die Forschung dazu hat entsprechend zugenommen. Die Studienlage ist allerdings uneinheitlich, und weitere Arbeiten sind nötig. Vier Bereiche stehen dabei im Vordergrund:
Knochen: Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochendichte ab. Studien zur Knochengesundheit erfassen typischerweise die Knochenmineraldichte über zwölf Monate bei täglicher Einnahme von Kollagenpeptiden.
Haut: Kollagen ist der Hauptbestandteil der Dermis. Mit dem Alter nimmt die körpereigene Kollagenproduktion ab, und die Haut wird dünner. Studien in diesem Bereich erfassen Feuchtigkeit, Elastizität und Faltentiefe über acht bis zwölf Wochen.
Gelenke: Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil des Knorpels, der die Gelenkflächen überzieht. Bei Osteoarthritis degeneriert dieser Knorpel. Zwei getrennte Forschungslinien werden hier verfolgt: natives Typ II in Milligramm-Mengen und hydrolysierte Peptide in Gramm-Mengen.
Haare, Nägel und Muskeln: Erfasst wurden unter anderem Haardicke, Kopfhautbedeckung und Nagelwachstum; für die Gesundheit von Haaren und Nägeln liegen kleinere Studien vor. Bei Muskelmasse und Kraft wurden Kollagenpeptide vor allem in Kombination mit Krafttraining untersucht.
Was diese Studien gemeinsam haben: Sie erfassen Messwerte über definierte Zeiträume. Wie sich die Befunde langfristig einordnen lassen, ist noch offen.

Wie du Kollagen in deine Ernährung aufnimmst
Es gibt zwar Kollagenpräparate, aber auch über die Ernährung lassen sich die Bausteine zuführen, aus denen der Körper Kollagen bildet. Bestimmte Lebensmittel liefern die dafür nötigen Aminosäuren und Kofaktoren:
Eiweißreiche Lebensmittel: Huhn, Rindfleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Bohnen liefern die Aminosäuren, aus denen Kollagen aufgebaut ist.
Vitamin-C-reiche Lebensmittel: Zitrusfrüchte, Tomaten, Blattgemüse und Beeren sind gute Vitamin-C-Quellen. Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung bei.
Zink- und kupferhaltige Lebensmittel: Schalentiere, Nüsse, Samen und Vollkornprodukte enthalten Zink und Kupfer. Zink trägt zu einer normalen DNA-Synthese bei, Kupfer zur Erhaltung von normalem Bindegewebe.
Die Wahl des richtigen Kollagenpräparats
Bei der Auswahl eines Kollagenpräparats lohnt sich der Blick auf Quelle, Kollagentyp und zusätzliche Inhaltsstoffe. Achte auf Anbieter, die Herkunft und Herstellungsverfahren offenlegen. Prüfe außerdem, welcher Kollagentyp enthalten ist — Typ I, II oder III.
Mögliche Nebenwirkungen und Überlegungen
Kollagenpräparate sind für die meisten Menschen in der empfohlenen Menge unbedenklich. Schwangere oder stillende Frauen sollten vor der Einnahme ihren Arzt oder ihre Ärztin konsultieren. In der EU gelten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel und werden nicht wie Arzneimittel zugelassen; deshalb lohnt sich der Blick auf seriöse Anbieter und offengelegte Analysen.

Fazit
Kollagen ist das mengenmäßig häufigste Protein im menschlichen Körper und bildet die strukturelle Grundlage von Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen und Bändern.
Kollagenpräparate sind in den letzten Jahren populär geworden; die Forschung dazu ist umfangreich, aber noch nicht abgeschlossen.
Auch über die Ernährung lassen sich die Bausteine zuführen, aus denen der Körper sein Kollagen bildet.
Ob du dich für ein Präparat entscheidest oder auf die Ernährung setzt, hängt vor allem davon ab, was sich in deinem Alltag umsetzen lässt.
Woran sich Qualität festmachen lässt, sind Herkunft, Herstellungsverfahren und eine einsehbare Analyse.
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